Über mich

Was ich denke

Oft wird Erziehung verstanden, als Maßregelung unserer Kinder - dabei ist sie doch vielmehr Zuwendung & Fürsorge. Ein in Liebe „wachsen lassen“ unserer Kinder. Ohne Hektik. Ohne Druck.

Nur wenn alle Bedürfnisse eines Kindes gestillt (wundervolles Wort!) sind, so kann ein Kind sich auch im vollen Maße und Umfang seiner eigenen Entwicklung „zuwenden“. Kreativ sein, experimentieren und lernen. Wenn es sich fortwährend nur darum kümmern muss, an Nahrung zu kommen oder in seinen Augen Gefahr läuft, die für es wichtigsten Menschen zu verlieren, so ist dies eine Notsituation und bekommt folglich Vorrang. Wer schreit und schreit um seine Mutter wieder (leider oft zwecklos) auf sich aufmerksam zu machen, wird keine Zeit haben, um zu untersuchen, was Knallerbsen sind. Natürlich sagen viele Eltern: „Ach, dem Kind geht‘s doch gut. Wir kommen ja wieder.“ Doch Kleinkinder haben noch kein Zukunftsdenken. Und Babys erst recht nicht. Und auch wenn Eltern daneben sitzen, kann ein Baby Angst haben. Für uns ist seine Angst irrational und unbegründet. Allerdings ist sie es für das Kind nicht. Es erlebt sie als real und schmerzhaft. Und für mich ist jedes „schreien lassen“ Körperverletzung. Punkt.

Mit der Geburt meines Kindes empfinde ich es auch als Pflicht und lebenserfüllende Aufgabe, mich um sein Wohl zu sorgen. Die ersten Jahre mögen ebenso anstrengend, wie schön sein, doch sind sie nicht lächerlich gering im Vergleich zu dem langen Menschenleben, in welchem mein Kind immer von der Liebe profitieren wird, die wir ihm gegeben haben?!

Im Hitler-Deutschland und auch noch zu DDR-Zeiten fehlte Liebe völlig in der Erziehung von Kindern. Sie wurde ersetzt mit Härte und Disziplin. Kinder sollten lernen auch „allein klarzukommen“. Doch dieses allein lassen führte nicht zu selbstbewussten und souveränen Charakteren. Es führte meistens zum Gegenteil. Und hat nachhaltig das Beziehungsverhalten des Kindes für alle weiteren Beziehungen in seinem Leben geschädigt. Mit dieser falschen Vorstellung von Erziehung ging auch einher, das kaum eine Frau ihr Baby noch ausreichend lange gestillt hat. Die meisten Mütter hatten einfach „keine Milch“ mehr. Was selbstverständlich nur damit zusammenhängt, dass nach einer erzwungenen Nachtruhe von 10h ohne Stillung der Körper irgendwann nicht mehr davon ausgeht, dass noch ein Kind versorgt werden muss. Dementsprechend ist die traurige Wahrheit, dass viel Wissen ums Stillen verloren ging und eingerissene Brustwarzen oder ähnliches heute häufig ein Grund sind um abzustillen. Heute suggerieren uns außerdem auch moderne Kindermöbel ein Verhalten, welches äußerst nachteilig für eine liebevolle und entspannte Beziehung zu unseren Kindern ist. So wird schon ein Gitterbett nachts schnell zum Hindernis um entspannt im Halbschlaf zu stillen. Das Wissen muss erst wieder wachsen. Und deshalb ist es wichtig das Internet damit zu füllen.

Ich sehe die frühkindliche Entwicklung als entscheidende Lebensphase an, die völlig unterschätzt wird. Andere Länder haben schon längst begriffen, dass man in Bildung und Betreuung investieren muss, um eine nachhaltige Gesellschaft mit empathischen, sozial klugen Bürgern zu erhalten. In einem friedlichen, hilfsbereiten und inspirierenden Miteinander.

Das Teilen von Wissen sehe ich als wichtigen Bestandteil auf diesem Weg.
Und so ist dies hier nun ein kleiner Beitrag von mir. Ich hoffe es ermutigt und bestärkt euch.

1 Kommentare

  1. mama sagt

    Sehr schön, stimme dir vollends zu. Alles Liebe von einer ihre 3,5 jahre alte Tochter-stillenden Mama

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