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Stillpause – eine harte Entscheidung

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Erfahrungen & Hinweise

Zunächst muss ich sagen, dass der Entschluss für eine Stillpause eine wirklich drastische Entscheidung ist. Sie muss wohl überlegt sein und führt meist zu einem großen Mehraufwand und damit verbunden zu weniger Schlaf. Hierbei muss auch unbedingt die psychische Belastung erwähnt werden. Sowohl für die Mutter, als auch für das Kind. Doch auch bei mir wurde der Leidensdruck einfach zu groß und nur eine Stillpause konnte die Situation und damit unsere Stillbeziehung retten.

Wann kann eine Stillpause sinnvoll sein?
Sind die Schmerzen beim Stillen zu stark, was an eingerissenen oder wunden Brustwarzen liegen kann, so kann eine Stillpause helfen. Die Wunden heilen ohne die Beanspruchung des Stillens meist innerhalb weniger Tage aus. Doch gerade zu Beginn der Stillzeit sollte die Stillpause die allerletzte Rettung sein.

Hat man sich dennoch entschlossen eine Stillpause einzulegen, so stellen sich neue Fragen.

Ernährung mit Muttermilch bei kleinen Babys
Ich gehe immer davon aus, dass das Kind weiterhin mit Muttermilch ernährt wird. Denn nur diese ist rundum perfekt für euer Baby. Wie kommt es also weiterhin zu seiner Milch?

Es gibt folgende Möglichkeiten

  • Füttern mit einem Löffel - das ist sicherlich anstrengend und benötigt seine Zeit. Verhindert aber Saugverwirrungen und teure Anschaffungen.
  • Füttern mit einer Spritze ohne Nadel - diese bekommt ihr in jeder Apotheke. Auch hier heißt es Geduld haben.
  • Medela Brusternährungsset - ist geeignet, falls ihr mit einer Brust weiterstillen könnt, sich aber noch nicht genug Milch gebildet hat, um euer Kind nur mit dieser Brust zu ernähren (also zu Beginn der Stillpause).
  • Fläschchen mit Sauger Calma - dieser Sauger ist seine Anschaffung wert. Das Kind muss weiterhin wirklich „arbeiten“, um an die Milch zu gelangen. Außerdem wird durch den Mechanismus verhindert, dass sich das Kind ständig an zuviel Milch verschluckt.

Egal, wofür ihr euch entscheidet, in jedem Fall muss eure Brust weiterhin im festen Rhythmus entleert werden. Auch nachts. Hierfür könnt ihr von Hand ausstreichen oder eine Milchpumpe verwenden. (Milchpumpem können für wenig Geld in Apotheken ausgeliehen werden.) Die Milch kann dann direkt gefüttert oder im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahrt werden. Doch vergesst nicht - Stillen ist nicht nur Nahrung. Euer Kind wird in diesen Tagen umso mehr eure Nähe brauchen, getragen und gekuschelt werden wollen.

Stillpause bei älteren Babys
Je älter das Kind wird, desto schwieriger lässt sich eine Stillpause durchsetzen. Das Kind wird wenig andere Methoden zur Aufnahme der Muttermilch akzeptieren, als die Brust selbst. Außerdem besteht es zunehmend auf „seine Brust“, sei es zum Einschlafen oder nur so zwischendurch. Verweigert man die Brust, wird das Kind schnell unleidlich und auch zunehmend verzweifelter...
Meiner Erfahrung nach ist der Versuch einer Stillpause bei älteren Babys zwangsläufig mit unfassbaren psychischen Stress für das Kind verbunden. Da ich diesen selbstverständlich umgehen möchte, ist eine Stillpause also so gut wie unmöglich. Und doch lassen sich einige, wenn auch nicht alle Stillmahlzeiten, ersetzen.

  • Direkt nach dem aufwachen ist die Stimmung gut, oft wird die Milch dann auch aus der Tasse akzeptiert
  • Zum Einschlafen wird nicht gestillt, sondern im Tragetuch gelaufen
  • Bei Babys, welche die Flasche verweigern, kann versucht werden, nachts mit kuscheln die Flasche zu geben. Im Halbschlaf stört es die meisten weit weniger als im wachen Zustand.

Eventuell reichen diese Maßnahmen euch, um die Heilung in Schwung zu bringen. Falls nicht, kann es nur ein allerletzter Rat sein, die Kinder mit Papa Zeit verbringen zu lassen. Denn ist „die Brust“ nicht da, wird auch weniger nachgefragt...

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